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Private Übungsfahrten - Lernfahrer:in am Steuer mit Begleitperson auf dem Beifahrersitz

Private Übungsfahrten in der Schweiz

Regeln, Begleitperson und Tipps für deine Lernfahrten.

Du hast deinen Lernfahrausweis in der Tasche und willst jetzt möglichst viel Fahrpraxis sammeln? Private Übungsfahrten sind der perfekte Weg, um zwischen den professionellen Fahrstunden Routine zu bekommen. Aber Achtung: Nicht jede:r darf dich begleiten, und es gelten klare gesetzliche Regeln. Wir erklären dir alles, was du über private Lernfahrten wissen musst.

Was sind private Übungsfahrten?

Private Übungsfahrten (auch private Lernfahrten genannt) sind Fahrten, die du als Lernfahrer:in mit einer privaten Begleitperson durchführst. Im Gegensatz zu professionellen Fahrstunden mit einer Fahrlehrperson finden diese Fahrten im privaten Rahmen statt.

Der grosse Vorteil: Du kannst so oft und so lange üben, wie du willst, ohne für jede Stunde zu bezahlen. Das hilft dir, die Führerschein Kosten tief zu halten. Gerade für den Aufbau von Routine und Sicherheit sind private Übungsfahrten extrem wertvoll.

💰 Kostenlos
Keine Kosten für die Fahrstunde selbst.
📆 Flexibel
Üben, wann und wo du willst.
🚗 Routine
Mehr Praxis = mehr Sicherheit.

💡 Gut zu wissen

Private Übungsfahrten ersetzen nicht die professionellen Fahrstunden. Sie sind eine ideale Ergänzung, um das Gelernte zu vertiefen und Fahrpraxis zu sammeln. Die Kombination aus beidem bringt dich am schnellsten ans Ziel.

Begleitperson bei der Lernfahrt: Wer darf dich begleiten?

Nicht jede:r darf bei einer privaten Lernfahrt als Begleitperson neben dir sitzen. Das Schweizer Gesetz stellt klare Anforderungen. Deine Begleitperson muss alle folgenden Bedingungen erfüllen:

Anforderungen

Details

Mindestalter

23 Jahre

Führerausweis

Seit mindestens 3 Jahren im Besitz der entsprechenden Kategorie (z.B. Kat. B für Auto).

Kein Ausweisentzug

Der Führerausweis darf nicht entzogen sein.

Kein Ausweis auf Probe

Der Führerausweis darf nicht auf Probe sein (kein Neulenker-Ausweis).

Sitzplatz

Muss auf dem Beifahrersitz sitzen und die Handbremse leicht erreichen können (beachte die Regeln zur elektrische Handbremse bei Lernfahrten)

Typische Begleitpersonen sind Eltern, ältere Geschwister, Grosseltern oder Freund:innen, sofern sie die Anforderungen erfüllen. Erkundige dich vorher, ob deine Wunsch-Begleitperson wirklich alle Kriterien erfüllt.

👤 Achtung: Verantwortung der Begleitperson

Die Begleitperson trägt eine grosse Verantwortung. Sie muss jederzeit eingreifen können und ist bei Regelverstössen oder Unfällen mitverantwortlich. Deine Begleitperson sollte deshalb nüchtern, ausgeruht und aufmerksam sein.

Gesetzliche Regeln für private Übungsfahrten

In der Schweiz sind private Übungsfahrten im Strassenverkehrsgesetz (SVG) und in der Verkehrszulassungsverordnung (VZV) geregelt. Hier die wichtigsten Regeln im Überblick:

Lernfahrausweis ist Pflicht

Du darfst erst mit einem gültigen Lernfahrausweis private Übungsfahrten machen. Diesen erhältst du nach bestandener Theorieprüfung – Voraussetzung dafür ist ein absolvierter Nothelferkurs. Der Lernfahrausweis ist 24 Monate gültig.

L-Schild obligatorisch

Das blaue L-Schild (Lernfahrer-Schild) muss während jeder Lernfahrt gut sichtbar am Heck des Fahrzeugs angebracht sein. Es muss nach der Fahrt wieder entfernt werden.

Wo darfst du fahren?

✅ Erlaubt

  • Innerorts (Städte, Dörfer)

  • Ausserorts (Landstrassen)

  • Nebenstrassen und Quartierstrassen

  • Alle öffentlichen Strassen (ausser Autobahn)

⛔ Verboten

  • Autobahnen und Autostrassen

  • Nur mit professionellem:r Fahrlehrer:in erlaubt

Alkohol und Drogen

Für Lernfahrer:innen gilt die 0,0-Promille-Grenze. Auch die Begleitperson muss nüchtern sein und darf die gesetzliche Promillegrenze von 0,5 Promille nicht überschreiten. Am besten trinkt auch die Begleitperson keinen Alkohol.

Versicherung

Das Fahrzeug muss ordnungsgemäss versichert sein. Die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung deckt Schäden an Dritten. Informiere deine Versicherung, dass du mit dem Fahrzeug Lernfahrten durchführst. Bei manchen Versicherungen kann das die Prämie beeinflussen.

Tipps für erfolgreiche private Lernfahrten

Damit deine privaten Fahrstunden wirklich etwas bringen, solltest du ein paar Dinge beachten. Hier unsere bewährten Tipps:

1. Zuerst professionelle Fahrstunden nehmen

Bevor du privat übst, solltest du mindestens einige Fahrstunden bei einer professionellen Fahrlehrperson absolviert haben. So lernst du die Grundlagen korrekt und übernimmst keine Fehler von Anfang an. Bei BLINK findest du eine Fahrschule in deiner Nähe mit qualifizierten Fahrlehrer:innen.

2. Regelmässig üben

Lieber 3-mal pro Woche 45 Minuten als einmal im Monat 3 Stunden. Regelmässiges Fahren hilft dir, Routine aufzubauen und das Gelernte zu festigen.

3. Schwierigkeitsgrad steigern

Beginne auf ruhigen Quartierstrassen und steigere dich langsam:

  1. Ruhige Wohnquartiere und Nebenstrassen

  2. Hauptstrassen mit wenig Verkehr

  3. Innerorts in Städten und Dörfern

  4. Kreisverkehr, Lichtsignalanlagen, Kreuzungen

  5. Bergstrassen und kurvenreiche Strecken

  6. Dichter Verkehr, Stosszeiten

4. Verschiedene Situationen üben

Übe bewusst unterschiedliche Szenarien: Parkieren (seitwärts, vorwärts, rückwärts), Kreisel, Vortrittsregeln, Berg anfahren, Fahren bei Regen und Dunkelheit. Je mehr Situationen du vor der praktische Autoprüfung kennst, desto sicherer fühlst du dich.

5. Kommunikation mit der Begleitperson

Besprecht vor jeder Fahrt, was ihr üben wollt. Die Begleitperson sollte ruhig bleiben und klare Anweisungen geben, ohne dich zu verunsichern. Nach der Fahrt: gemeinsam besprechen, was gut lief und was du verbessern kannst.

💡 Optimale Kombination: Professionell + Privat

📋 Professionelle Fahrstunden

  • Neue Techniken lernen

  • Fehler korrigieren

  • Prüfungsvorbereitung

  • Autobahnfahrten

🚗 Private Übungsfahrten

  • Gelerntes vertiefen

  • Routine aufbauen

  • Verschiedene Strecken kennenlernen

  • Selbstvertrauen stärken

Häufige Fehler bei privaten Übungsfahrten

Viele Lernfahrer:innen und Begleitpersonen machen bei privaten Lernfahrten dieselben Fehler. Vermeide diese typischen Stolpersteine:

Fehler 1: Zu früh zu viel wollen
Direkt auf die Hauptstrasse in der Stosszeit? Schlecht. Beginne auf einfachen Strecken und steigere den Schwierigkeitsgrad langsam. Überforderung führt zu Stress und schlechten Gewohnheiten.
Fehler 2: Begleitperson gibt falsche Anweisungen
Nicht jede:r erfahrene Fahrer:in ist ein:e gute:r Lehrer:in. Manche Begleitpersonen haben selbst schlechte Gewohnheiten (z.B. zu wenig Abstand, falsche Spiegel-Routine). Was dein:e Fahrlehrer:in sagt, hat immer Vorrang.
Fehler 3: Immer die gleiche Strecke fahren
Wenn du immer nur die gleiche Route fährst, lernst du diese Strecke auswendig, nicht das Autofahren. Wechsle regelmässig die Strecken, damit du dich an verschiedene Verkehrssituationen gewöhnst.
Fehler 4: Kein L-Schild angebracht
Ohne L-Schild ist die Lernfahrt illegal. Das kann eine Busse und im schlimmsten Fall den Entzug des Lernfahrausweises nach sich ziehen. Immer das blaue L am Heck anbringen!
Fehler 5: Begleitperson ist unaufmerksam
Am Handy scrollen, aus dem Fenster träumen oder sogar einnicken: Eine unaufmerksame Begleitperson ist gefährlich und verstösst gegen die gesetzlichen Pflichten. Sie muss jederzeit eingreifen können.

💡 Unser Rat

Besprich nach jeder privaten Übungsfahrt mit deinem:r Fahrlehrer:in, was du geübt hast. So kann er oder sie gezielt auf deine Fortschritte eingehen und dir neue Aufgaben für die nächste private Lernfahrt mitgeben.

Häufige Fragen

Bereit für professionelle Fahrstunden?

Private Übungsfahrten sind super, aber mit BLINK lernst du die Technik von Profis. Kombiniere beides für den schnellsten Weg zum Führerschein.

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