

Vorbereitung, Prüfungsfahrt und Tipps zur Motorradprüfung in der Schweiz
Wie genau ist der Motorradprüfung Ablauf? Die Praxisprüfung folgt einem klar strukturierten Schema: Treffpunkt, Fahrzeug- und Ausweiskontrolle, anschliessend 30 bis 45 Minuten Prüfungsfahrt im Strassenverkehr und am Schluss das Feedback. Wir gehen die Motorradprüfung Schweiz hier Schritt für Schritt mit dir durch; vom Aufbau über die Bewertungskriterien bis zu den häufigsten Fehlern. Egal ob Kategorie A1 oder A: Hier findest du alles, was du für deine Töff-Fahrausbildung wissen musst.
Der Motorradprüfung Ablauf folgt einem klar strukturierten Schema. Du triffst dich mit der Prüfungsperson am vereinbarten Treffpunkt, in der Regel beim Strassenverkehrsamt. Dort werden dein Lernfahrausweis und dein Töff kontrolliert, bevor es losgeht. Die Motorradprüfung Schweiz gliedert sich in drei Phasen: Vor der Fahrt, während der Fahrt und das abschliessende Feedback.
Die Prüfung selbst besteht aus einer Fahrt im öffentlichen Strassenverkehr. Du bekommst die Anweisungen über Funk und fährst eigenständig durch verschiedene Verkehrssituationen. Die Prüfungsperson folgt dir in einem Auto oder auf einem eigenen Töff.
Ausweiskontrolle (Lernfahrausweis + ID)
Fahrzeugkontrolle (Pneu, Licht, Blinker)
Funkgerät einrichten
Kurze Besprechung zum Ablauf
Innerorts und Ausserorts fahren
Kreuzungen, Kreisel und Vortritt
Spurwechsel und Überholen
Berganfahren und Langsamfahren
💡 Gut zu wissen:
Die Prüfungsstrecke wird nicht im Voraus bekannt gegeben. Die Prüfungsperson wählt die Route spontan, damit sie verschiedene Verkehrssituationen prüfen kann. Orientiere dich einfach an den Funkanweisungen.
Viele denken, die Prüfungsperson wartet nur auf Fehler. Das stimmt nicht. Sie prüft, ob du sicher und selbstständig am Strassenverkehr teilnehmen kannst. Dabei bewertet sie mehrere Bereiche:
Sauberes Anfahren, dosiertes Bremsen, flüssiges Schalten, Gleichgewicht bei tiefer Geschwindigkeit und sicheres Kurvenfahren.
Richtiges Einspuren, korrekter Vortritt, angepasste Geschwindigkeit, Einhalten der Verkehrsregeln und vorausschauendes Fahren.
Schulterblick vor jedem Spurwechsel, Spiegelkontrolle, Blick in die Kurve und allgemeine Verkehrsübersicht.
Genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug, defensives Fahren bei unklaren Situationen und korrekte Reaktion auf Gefahren.
💡 Unser Tipp
Ein einzelner kleiner Fehler bedeutet nicht automatisch das Aus. Die Prüfungsperson bewertet dein Gesamtbild. Wer nach einem Patzer ruhig bleibt und sicher weiterfährt, zeigt genau die Souveränität, die im Verkehr gefragt ist.
Eine gute Vorbereitung ist die halbe Prüfung. Folgende Schritte solltest du vor dem Prüfungstag erledigt haben:
📋 Voraussetzungen
Nothelferkurs absolviert (Nothelferkurs buchen)
Theorieprüfung bestanden
Lernfahrausweis erhalten und gültig
Motorrad Grundkurs komplett (alle 12 Stunden)
Genügend Fahrpraxis auf verschiedenen Strassen gesammelt
Prüfung angemeldet beim Strassenverkehrsamt deines Kantons
Neben den formalen Voraussetzungen ist die praktische Übung entscheidend. Versuche, in den Wochen vor der Prüfung möglichst viele verschiedene Verkehrssituationen zu trainieren: Kreisel, enge Strassen, Bergfahrten und dichter Stadtverkehr.

Dein Töff und deine Ausrüstung für den Motorrad Grundkurs müssen einwandfrei sein. Die Prüfungsperson kontrolliert beides vor der Fahrt:
Betriebssicher und strassentauglich
Pneu in gutem Zustand
Licht, Blinker und Bremsen funktionieren
Spiegel korrekt eingestellt
Versicherung und MFK gültig
Helm mit ECE-Prüfzeichen (obligatorisch)
Motorradhandschuhe (obligatorisch)
Feste, knöchelhohe Schuhe
Motorradjacke mit Protektoren
Lange Hose (Motorradhose empfohlen)
Der grosse Tag ist da. Wie du die letzten Stunden vor und während der Prüfung optimal nutzt, kann einen echten Unterschied machen.
Am Abend davor
Ausrüstung und Dokumente bereitlegen
Töff nochmals kurz checken (Pneu, Licht, Tankfüllung)
Route zum Prüfungsort planen und genug Zeit einrechnen
Früh ins Bett, ausgeschlafen bist du konzentrierter
Am Prüfungsmorgen
Gut frühstücken, nicht mit leerem Magen an die Prüfung
Mindestens 15 Minuten vor dem Termin am Prüfungsort sein
Eine kurze Aufwärmfahrt machen, um locker zu werden
Tiefes Atmen hilft gegen Nervosität
Während der Prüfung
Ruhig und konzentriert fahren, nicht hetzen lassen
Funkanweisungen aufmerksam zuhören
Bei Unsicherheit lieber einmal nachfragen
Schulterblick übertrieben deutlich zeigen
Nach einem Fehler nicht in Panik geraten, einfach weiterfahren
Leidest du generell unter Nervosität vor Prüfungen? Dann schau dir unsere Tipps zum Thema Prüfungsangst überwinden an.
Wer die typischen Stolperfallen kennt, kann sie gezielt vermeiden. Diese Fehler führen bei der Motorradprüfung am häufigsten zum Nichtbestehen:
⚠️ Fehlender Schulterblick
Der Klassiker. Vor jedem Spurwechsel, Abbiegen und Losfahren ist der Schulterblick Pflicht. Ohne Schulterblick ist die Prüfung oft sofort vorbei.
⚠️ Vortritt nicht beachtet
Falsche Vortrittsregelung an Kreuzungen oder im Kreisel. Wer den Vortritt missachtet, gefährdet sich und andere.
⚠️ Unsicheres Anfahren am Berg
Wer am Berg den Töff abwürgt oder zurückrollt, zeigt mangelnde Fahrzeugbeherrschung. Übe das Berganfahren bis es sicher sitzt.
⚠️ Zu schnelle oder unangepasste Geschwindigkeit
Nicht nur Tempoüberschreitungen zählen, sondern auch zu schnelles Fahren bei Nässe, in Kurven oder in Wohnquartieren.
⚠️ Falsches Einspuren und Abbiegen
Zu spät einspuren, Blinker vergessen oder die falsche Spur wählen. Sorgfältiges Einspuren zeigt, dass du den Verkehr im Griff hast.
🚨 Achtung:
Muss die Prüfungsperson eingreifen (z.B. verbal bremsen oder eine Gefahr abwenden), wird die Prüfung sofort abgebrochen und als nicht bestanden gewertet. Sicherheit geht immer vor.
Nicht bestanden? Das ist kein Weltuntergang. Viele erfolgreiche Töff-Fahrer:innen haben die Prüfung nicht beim ersten Mal geschafft. Wichtig ist, wie du damit umgehst.
Nach der Prüfung bekommst du ein mündliches Feedback. Die Prüfungsperson erklärt dir, welche Fehler zum Nichtbestehen geführt haben. Nutze dieses Feedback und arbeite gezielt an deinen Schwächen.
Versuch | Was passiert? | Empfehlung |
|---|---|---|
1. Versuch | Erneute Anmeldung möglich, keine Wartefrist | Feedback umsetzen, weitere Fahrstunden nehmen |
2. Versuch | Erneute Anmeldung möglich, keine Wartefrist | Mit Fahrlehrperson gezielt Schwächen trainieren |
3. Versuch | Letzter Versuch mit aktuellem Lernfahrausweis | Intensive Vorbereitung, ggf. Prüfungssimulation |
Nach 3x | Verkehrspsychologische Untersuchung nötig | Neuer Lernfahrausweis + Grundkurs wiederholen |
☺️ Positiv denken:
Statistisch bestehen über 60 % die Motorradprüfung beim ersten Versuch. Mit guter Vorbereitung und dem richtigen Grundkurs-Training stehen deine Chancen ausgezeichnet.
Die Kosten für die Motorradprüfung setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Ausgaben:
Position | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
Praktische Prüfung | 120 bis 160 CHF | Pro Versuch, je nach Kanton |
Motorrad Grundkurs (12h) | 700 bis 1'200 CHF | Einmalig, obligatorisch |
Zusätzliche Fahrstunden | 80 bis 110 CHF/Std. | Optional, sehr empfohlen |
Führerausweis Ausstellung | 60 bis 80 CHF | Nach bestandener Prüfung |
Bei der Wiederanmeldung nach einem nicht bestandenen Versuch fallen die Prüfungsgebühren erneut an. In den meisten Kantonen kannst du dich ohne Wartefrist wieder anmelden. Plane aber genügend Übungszeit ein, damit sich der nächste Versuch lohnt.
Die wichtigsten Fragen rund um die Motorradprüfung beantworten wir hier:
Die praktische Prüfung selbst kostet je nach Kanton zwischen 120 CHF und 160 CHF pro Versuch. Rechne zusätzlich mit den Kosten für den obligatorischen Motorrad Grundkurs (700 bis 1'200 CHF), Fahrstunden (80 bis 110 CHF pro Stunde) und die Ausstellung des Führerausweises (60 bis 80 CHF).
Die Prüfungsfahrt dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten. Dazu kommt die Fahrzeug- und Ausweiskontrolle vor der Fahrt und das Feedback danach. Plane insgesamt rund eine Stunde ein.
Ja, der Motorrad Grundkurs ist in der Schweiz obligatorisch und muss vor der praktischen Prüfung abgeschlossen sein. Er besteht aus 12 Stunden, aufgeteilt in Grundkurs 1 (Fahrzeugbedienung), Grundkurs 2 (Verkehr) und Grundkurs 3 (Perfektionierung).
Du bekommst ein mündliches Feedback und kannst dich in den meisten Kantonen ohne Wartefrist erneut anmelden. Die Prüfungsgebühr fällt jedes Mal neu an. Nutze die Zeit zwischen den Versuchen für gezielte Übungsstunden. Insgesamt hast du drei Versuche pro Lernfahrausweis.
In der Schweiz gibt es keine fixe Fehlerzahl. Die Prüfungsperson beurteilt dein Gesamtbild: Fahrzeugbeherrschung, Verkehrsverhalten, Blickführung und Sicherheit. Kleine Unsicherheiten führen nicht automatisch zum Durchfallen. Gefährliche Fehler wie Vortrittsmissachtung, fehlender Schulterblick oder unangepasste Geschwindigkeit können aber direkt zum Nichtbestehen führen.
Die Anmeldung läuft direkt beim Strassenverkehrsamt deines Wohnkantons, meist über das kantonale Online-Portal. Du brauchst einen gültigen Lernfahrausweis und den Nachweis über den absolvierten Motorrad Grundkurs. Plane vier bis zehn Wochen Wartezeit ein, je nach Kanton und Saison.
Du fährst eine 30 bis 45 Minuten lange Strecke im Strassenverkehr. Vorher kontrolliert die Prüfungsperson Fahrzeug und Ausrüstung. Während der Fahrt erhältst du per Funk Anweisungen und musst typische Situationen sicher meistern: Anfahren am Berg, Spurwechsel, Abbiegen, Kreisel, Kurven und Verhalten im dichten Verkehr.
Du brauchst einen gültigen Lernfahrausweis (Kategorie A1, A beschränkt oder A), den abgeschlossenen Motorrad Grundkurs (12 Stunden), ein verkehrssicheres Motorrad mit gültigem Ausweis und Versicherung sowie die vorgeschriebene Schutzkleidung. Identitätsausweis und Aufgebot des Strassenverkehrsamts nicht vergessen.
Pflicht sind ein homologierter Motorradhelm, Motorradhandschuhe, eine Motorradjacke mit Protektoren, eine Motorradhose mit Protektoren und feste, knöchelhohe Schuhe. Ohne korrekte Schutzkleidung wirst du nicht zur Prüfung zugelassen. Mehr dazu in unserem Beitrag Motorradkleidung für die Prüfung.
Die wichtigsten Tipps auf einen Blick
Mit diesen Punkten bist du bestens vorbereitet:
Grundkurs absolvieren und genügend Fahrpraxis sammeln
Schulterblick immer übertrieben deutlich zeigen
Berganfahren und Langsamfahren bis zur Sicherheit üben
Ruhig bleiben und nach einem Fehler konzentriert weiterfahren
Ausrüstung und Töff am Vortag checken, nichts vergessen
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