

Alles, was du zur elektronischen Handbremse bei der Lernfahrt wissen musst
Grundsätzlich muss die Begleitperson während einer Lernfahrt zu jeder Zeit in der Lage sein, das Auto im Notfall sofort zu bremsen. Dafür braucht es entweder ein Bremspedal beim Beifahrersitz (so wie im Fahrschulauto) oder eine funktionstüchtige Handbremse. Moderne Fahrzeuge sind zunehmend mit einer elektronischen Feststellbremse (also einer elektrischen Handbremse) ausgestattet, was bei privaten Lernfahrten oft zu Unsicherheiten führt.
Können alle elektronischen Handbremsen die fahrende Person übersteuern? Soviel vorweg: Nein, ein Grossteil dieser neuen Modelle sind gesetzlich nicht für Lernfahrten zugelassen und es können Bussen drohen. Wenn dein privates Auto nicht geeignet ist, kannst du auf ein Fahrschulauto ausweichen. Finde eine Fahrschule in deiner Nähe.
Bei einer privaten Lernfahrt muss die Begleitperson das Fahrzeug jederzeit in den Griff bekommen können. Das ASTRA (Bundesamt für Strassen) hat dazu klar festgelegt: Eine elektronische Handbremse bei der Lernfahrt muss mit einer konventionellen, manuellen Handbremse vergleichbar sein. Ist das nicht der Fall, drohen Bussen von bis zu 500 CHF.
⚖️ Kriterien für die Handbremse bei einer Lernfahrt
Die Handbremse (oder die elektronische Feststellbremse) muss folgende vier Kriterien erfüllen:
Erreichbarkeit: Die Begleitperson muss die Handbremse problemlos vom Beifahrersitz aus erreichen können.
Funktion während der Fahrt: Die Bremse muss auch während der Fahrt aktiviert werden können, nicht nur im Stand.
Bremswirkung: Das Gaspedal darf die Handbremse nicht übersteuern.
Dosierbarkeit: Die Bremse muss dosierbar sein, idealerweise mit ABS (Antiblockiersystem).
⚠️ Wichtig:
Erfüllt die elektrische Handbremse deines Autos diese Anforderungen nicht, sind weder Lernfahrten noch Prüfungsfahrten mit diesem Fahrzeug erlaubt.
Die rechtliche Basis für die Anforderungen an eine Lernfahrt mit einem Auto mit elektrischer Handbremse findest du in der Verkehrszulassungsverordnung (VZV). Der zentrale Artikel regelt, unter welchen Bedingungen private Lernfahrten zulässig sind:
Lernfahrten auf Motorwagen dürfen nur mit einer Begleitperson unternommen werden, die das 23. Altersjahr zurückgelegt hat, seit wenigstens 3 Jahren den entsprechenden Führerausweis besitzt und diesen nicht mehr auf Probe hat. Die Begleitperson muss in der Lage sein, in die Bedienung des Fahrzeugs einzugreifen.
VZV Art. 27, Abs. 2 (sinngemäss)
Die Formulierung «in die Bedienung des Fahrzeugs einzugreifen» ist entscheidend. Das ASTRA hat dies wie folgt präzisiert:
Die Begleitperson muss jederzeit eine Bremsung einleiten können.
Die Bremse muss vom Beifahrersitz aus erreichbar und bedienbar sein.
Eine elektronische Feststellbremse gilt nur dann als zulässig, wenn sie funktionell mit einer konventionellen Handbremse vergleichbar ist.
Es reicht nicht, wenn die Bremse nur im Stand funktioniert. Sie muss während der Fahrt wirken.
💡 Praxis-Tipp:
Im Zweifelsfall gibt dir das kantonale Strassenverkehrsamt Auskunft, ob dein Fahrzeug die Anforderungen erfüllt. Die Interpretation der Vorschriften kann von Kanton zu Kanton leicht variieren.
Aktuell gibt es leider keine zuverlässige Liste mit Fahrzeugmodellen, die bestätigt, welche Autos mit elektronischer Handbremse für Lernfahrten zugelassen sind. Deshalb haben wir ein einfaches 3-Checks-System entwickelt, mit dem du selbst prüfen kannst, ob dein Fahrzeug geeignet ist.
Die elektrische Handbremse muss so positioniert sein, dass die Begleitperson sie vom Beifahrersitz aus problemlos erreichen kann. Bei einigen Modellen (etwa bei Mercedes oder Toyota) befindet sich der Schalter links neben dem Lenkrad oder direkt am Armaturenbrett. Auch bei Mobility Carsharing ist ca. jedes dritte Fahrzeug betroffen.
Fahre auf einen leeren Parkplatz und beschleunige auf ca. 20 km/h. Lass die Begleitperson die elektrische Handbremse ziehen bzw. den Knopf drücken und eine Vollbremsung einleiten. Das ABS (Antiblockiersystem) muss dabei korrekt arbeiten.
Beschleunige auf ca. 20 km/h, nimm den Fuss vom Gas und lass die Begleitperson die Handbremse ziehen. Sobald das Fahrzeug bremst: Drück das Gaspedal durch. Die Handbremse muss das Gas übersteuern, d.h. das Auto darf nicht beschleunigen.
Bei einigen Modellen von Audi, VW, Toyota und Renault versagt genau dieser Punkt: Das Gaspedal hebt die Bremswirkung auf.
Beschleunige auf ca. 20 km/h, nimm den Fuss vom Gas und lass die Begleitperson die Handbremse ziehen. Sobald das Fahrzeug bremst: Drück das Gaspedal durch. Die Handbremse muss das Gas übersteuern, d.h. das Auto darf nicht beschleunigen.
Bei einigen Modellen von Audi, VW, Toyota und Renault versagt genau dieser Punkt: Das Gaspedal hebt die Bremswirkung auf.
Viele Fahrschüler:innen fragen sich, welche Autos mit elektrischer Handbremse für Lernfahrten geeignet sind. Da die Systeme je nach Modell, Baujahr und Motorisierung unterschiedlich funktionieren, gibt es keine verbindliche Gesamtliste. Trotzdem haben wir auf Basis von Erfahrungswerten eine Orientierungshilfe zusammengestellt:
Marke | Tendenz | Hinweis |
Skoda / SEAT / Cupra | ✅ Oft geeignet | Viele Modelle bestehen alle 3 Checks. Trotzdem individuell prüfen. |
BMW | ✅ Oft geeignet | Handbremse meist mittig, ABS aktiv. Neuere Modelle prüfen. |
VW (Golf, Polo, etc.) | ⚠️ Modellabhängig | Einige Modelle scheitern an Check 3 (Gas übersteuert Bremse). |
Audi | ⚠️ Modellabhängig | Ähnlich wie VW: Check 3 kann problematisch sein. |
Mercedes | ⛔️ Oft problematisch | Handbremse häufig links vom Lenkrad positioniert. Check 1 scheitert. |
Toyota | ⛔️ Oft problematisch | Handbremse teilweise am Armaturenbrett. Mehrere Checks scheitern. |
Renault | ⛔️ Oft problematisch | Gas übersteuert bei vielen Modellen die Handbremse (Check 3). |
⚠️ Wichtig:
Diese Tabelle dient nur als Orientierung. Selbst innerhalb einer Marke unterscheiden sich die Systeme je nach Modell und Baujahr erheblich. Führe immer alle 3 Checks durch, bevor du eine Lernfahrt mit einem Auto mit elektronischer Feststellbremse machst.
Viele Fahrschüler:innen in der Schweiz nutzen Mobility Carsharing für ihre Lernfahrten. Das ist grundsätzlich erlaubt, aber bei der elektrischen Handbremse gibt es einiges zu beachten.
🚗 Mobility: Das musst du wissen
Etwa jedes dritte Mobility-Fahrzeug ist mit einer elektronischen Feststellbremse ausgestattet.
Mobility erlaubt Lernfahrten, stellt aber keine Garantie, dass das spezifische Fahrzeug alle Checks besteht.
Du kannst bei der Buchung das Fahrzeugmodell einsehen. Prüfe im Voraus, ob das Auto voraussichtlich geeignet ist.
Führe die 3 Checks vor der eigentlichen Lernfahrt auf einem leeren Parkplatz durch.
Besteht das Fahrzeug die Checks nicht, nutze es nicht für die Lernfahrt, auch wenn es bereits gebucht ist.
Die Begleitperson trägt bei private Übungsfahrten eine grosse Verantwortung, auch was die elektrische Handbremse betrifft. Hier die wichtigsten Punkte:
👤 Voraussetzungen Begleitperson
Mindestens 23 Jahre alt
Seit mindestens 3 Jahren im Besitz des Führerausweises der entsprechenden Kategorie
Führerausweis nicht mehr auf Probe
Muss nüchtern sein (0,1-Promille-Grenze wie bei Neulenker:innen)
⚖️ Verantwortung bei der Handbremse
Muss sich vor der Lernfahrt vergewissern, dass die Handbremse funktioniert
Ist verantwortlich für die Durchführung der 3 Checks
Haftet bei Verstoss (Busse wird an die Begleitperson gerichtet)
Muss jederzeit bremsbereit sein
⚠️ Achtung Begleitpersonen
Nicht die fahrende Person, sondern du bist dafür verantwortlich, dass das Fahrzeug die gesetzlichen Voraussetzungen für die Lernfahrt erfüllt. Bei einer Kontrolle richtet sich die Busse an dich.
Wir empfehlen dir, die 3 Checks noch vor der ersten Lernfahrt auf einem leeren Parkplatz durchzuführen. So weisst du sofort, ob dein Auto mit elektronischer Feststellbremse für Lernfahrten geeignet ist. Falls du dir unsicher bist, kannst du dich an dein kantonales Strassenverkehrsamt wenden, oder du fragst deine Fahrlehrer:innen bei den nächsten Fahrstunden bei BLINK.
Du hast noch Fragen rund um den elektronischen Lernfahrausweis? Oder möchtest du dich optimal auf die praktische Fahrprüfung vorbereiten? Dann schau dir unsere weiteren Wissen-Artikel an.
Diese Fragen zur elektronischen Handbremse bei der Lernfahrt werden uns regelmässig gestellt:
Nicht alle elektronischen Handbremsen erfüllen die gesetzlichen Anforderungen. Manche sind für die Begleitperson nicht erreichbar (z.B. links neben dem Lenkrad), funktionieren nicht während der Fahrt oder werden vom Gaspedal übersteuert. Nur wenn die elektronische Feststellbremse mit einer konventionellen Handbremse vergleichbar ist, darf sie bei Lernfahrten eingesetzt werden.
Nutze das 3-Checks-System: Check 1 prüft die Position (muss zwischen Fahrer:in und Beifahrer:in liegen). Check 2 testet die Vollbremsung mit ABS bei ca. 20 km/h auf einem leeren Parkplatz. Check 3 prüft, ob die Handbremse das Gaspedal übersteuert. Zusätzlich hilft ein Blick in die Fahrzeugbedienungsanleitung.
Es drohen Bussen von mehreren hundert Franken (bis 500 CHF). Die Bussenhöhe kann je nach Kanton unterschiedlich ausfallen. Zudem kann die Lernfahrt sofort gestoppt werden. Die Busse richtet sich in der Regel an die Begleitperson, da diese für die Einhaltung der gesetzlichen Voraussetzungen verantwortlich ist.
Nein. Es gibt keine generellen Ausnahmen für bestimmte Automarken oder Modelle. Jedes Fahrzeug muss individuell getestet werden, da die elektronische Feststellbremse je nach Modell und Baujahr unterschiedlich funktioniert. Selbst innerhalb einer Marke können sich die Systeme erheblich unterscheiden.
Ja. Einige Werkstätten bieten den Einbau einer zusätzlichen mechanischen Handbremse oder eines zweiten Bremspedals an. Das ist eine sinnvolle Lösung, wenn dein Fahrzeug die 3 Checks nicht besteht und du trotzdem damit Lernfahrten machen möchtest. Diese Kosten solltest du in deine gesamten Führerschein Kosten einplanen. Erkundige dich bei einer Autowerkstatt in deiner Nähe.
Grundsätzlich erlaubt Mobility Lernfahrten. Allerdings ist ca. jedes dritte Mobility-Fahrzeug mit einer elektronischen Feststellbremse ausgestattet, die möglicherweise nicht lernfahrt-tauglich ist. Führe vor jeder Lernfahrt die 3 Checks durch und stelle sicher, dass das konkrete Fahrzeug die Anforderungen erfüllt.
Die Verkehrszulassungsverordnung (VZV) Art. 27 regelt die Anforderungen an private Lernfahrten. Die Begleitperson muss in der Lage sein, in die Bedienung des Fahrzeugs einzugreifen. Das ASTRA hat dazu präzisiert, dass eine elektronische Feststellbremse mit einer konventionellen, manuellen Handbremse vergleichbar sein muss.
Das Wichtigste zur elektrischen Handbremse
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
✅ Eine elektrische Handbremse ist bei Lernfahrten erlaubt, wenn sie alle 4 Kriterien erfüllt
⚠️ Nutze das 3-Checks-System, um dein Auto selbst zu prüfen
⛔️ Bei Verstoss drohen Bussen bis 500 CHF und die Fahrt wird gestoppt
⛔️ Die Begleitperson haftet – nicht die fahrende Person.
Bereit für deine Lernfahrt?
Prüfe zuerst die Handbremse, und dann ab auf die Strasse! Mit BLINK findest du Fahrlehrer:innen in deiner Nähe.